Betrachtungen

Über die Motivation, zu demonstrieren

Gestern war es endlich so weit. Die Installation mit 50 Stühlen war aufgestellt und wurde den BürgerInnen der Stadt Aschersleben präsentiert. Jetzt können sie lustwandelnd betrachten, was die Kinder und Jugendlichen gefertigt haben. Außerdem haben die Stühle etwas zu erzählen. Die meisten tragen Zitate zu den Themen „Demokratie“ und „Toleranz“.

Es gab ein recht großes Medieninteresse, mdr, saw und auch die MZ waren vor Ort. Gut, dass Musik und Punsch ein wenig zum Verweilen einluden. Besonders schön war zu sehen, dass auch Lehrer, Lokalpolitiker und der OB sich die Sache einmal aus der Nähe anschauen wollten.

In den vielen Gesprächen wurde deutlich, wo es hakt mit den Werten. Diese Installation ist ein Zeichen für etwas. Sie ist nicht gegen etwas gerichtet. Die Stühle weisen nur auf positive Werte hin und prangern keine Missstände an. Das macht sie schon fast uninteressant. Es fehlt der Grund für diese Aktion. Doch hier muss der Hebel angesetzt werden. Ein Grund zur Bewegung, eine Motivation muss und darf nicht immer Gegenwehr sein. Es gilt, das Gute zu bewahren, wenn es vorhanden ist. Es ist wichtig, zu halten und zu pflegen, was Bedeutung hat. Nicht nur die Demonstration gegen Billiglöhne, Rechtextremismus und Krieg sind sinnvolle Handlungen. Sie entbehren der Weisheit. Sicher, der Protest, das klare NEIN zu Umständen, die nicht gewollt und menschenfeindlich sind, ist wichtig. Doch dieser Protest wäre weniger notwendig, wenn auch ein klares JA geäußert würde. Wir sollten wieder lernen konstruktiv zu denken und zu handeln. Die Verneinung mag kraftvoll sein, doch kraftvoller sind das aktive Leben und Zeigen dessen, was gut ist. Schließlich gilt: Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, das wächst. Hier knüpft die Stuhlinstallation an. Wir zeigen, was wir wollen. Wir zeigen, dass Raum für Demokratie und Toleranz vorhanden sind. Und das jetzt, bevor es zu spät ist. Wo Demokratie und Toleranz einen Platz einnehmen, ist für Kriegtreiberei, Propaganda und Feindbilddenken kein Raum.

Wir wollen weiter demonstrieren, für Demokratie und Toleranz. Wir arbeiten mit Museen, Schulen, Unternehmen und Kirchengemeinden zusammen. Aber auch Privatleute können das Programm unterstützen bzw. in Anspruch nehmen. Eine kurze Nachricht reicht, um weitere Infos zu erhalten.

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