Es geht los in Alsleben an der Saale

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Der Wert des Machens oder 96 Stunden Freiheit

Das große Zuschauen ist wieder angesagt und viele „machen“ mit. Gestern hatte ich eine kleine Debatte mit meinem Sohn. Es ging um das WM-Spiel Deutschland gegen Portugal. Noch darf ich ja meine Meinung zur Freizeitgestaltung meines Sohnes äußern. Bald muss ich das nicht mehr und bin raus aus der Verantwortung. Also äußerte ich mich. Zuerst gab ich ihm den Hinweis auf die Untersuchung, die an der Bielefelder Uni durchgeführt worden war. Als junger Mensch, der gerade seine ersten Aktionen im Bereich Zivilcourage hinter sich hat, war er aber wenig beeindruckt. Erschreckend für mich aber als erfahrene Mutter ist man abgehärtet. Alles klar, wenn das nicht wirkt, dann habe ich noch ein weiteres Argument parat. Wie sieht es denn mit Fußball spielen aus? Das gibt Kraft, Fitness, Selbstbewusstsein und nicht zuletzt einen gesunden Schlaf. Alles, was man mit zwölf so braucht, oder? „Aber alle sehen das.“ Wer hätte das gedacht. Also doch einen Tee und ein paar liebevolle Worte. Erstens: „Alle“ haben schon viel Mist gebaut. „Alle“ sind einfach kein Grund für das eigene Handeln. Zweitens, mein lieber Sohn: Wollen wir uns wirklich zu Zuschauern entwickeln? „Macht“ kommt von „Machen“, also was bringt uns das Gucken? Wer zu jedem WM-Spiel etwas macht, während andere nur Zuschauern bei fremden Leistungen sind, der kann mindestens 96 Stunden lang sein eigenes Ziel verfolgen, seine eigene Macht ausbauen. Schließlich sind die Straßen leer, die Parks hat man für sich allein. Es ist ruhig in der Stadt und niemand stört bei dem, was ich „machen“ will. 96 Stunden, das ist viel Zeit. 96 Stunden, Pausen und Verlängerungen etc. nicht mitgerechnet, reichen, um etwas Neues zu erkunden, etwas zu lernen, was man schon immer lernen wollte. 96 Stunden sind wirklich viel, mehr als ein halber Arbeitsmonat. Der Wert der Zeit ist meinem Sohn bewusst. Aus Zeit wird Leben gemacht. Und er wollte doch schon so lange sein Schiffsmodell fertig bauen. Und er wollte seinen Hund baden. Und er kommt so selten dazu, Trompete zu spielen. Und Klettern will er lernen. Tja, ein Hoch auf die WM. Wir sind Sieger, wenn wir in der Zeit der Spiele etwas machen, was uns Freude, Spaß, Glück etc. bringt. Um die Macht über unsere eigene Zeit zu übernehmen brauchen wir nicht 96 Stunden, wir brauchen nicht einmal eine Stunde Zeit dafür. Wir brauchen einen kurzen Augenblick, um uns zu erheben, einem Impuls zu folgen und zu machen. Warum ist das so schwer? Liegt es etwa daran, dass die Schwerkraft übermächtig wirkt? Mein Sohn wiegt knapp 50 kg, das kann es also nicht sein. Liegt es vielleicht daran, dass eben dieser eine, rechte Augenblick immer wieder verpasst wird? Das kann auch nicht sein, denn dieser eine Augenblick kommt ja immer wieder. Er ist JETZT. Also, auf geht´s in Richtung Macht, die WM ermöglicht es jedem, der nicht Zuschauer oder gar Konsument sein will!

 

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Ange vor dem „Haus der Werte“

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Inspirierender Besuch im Haus der Werte

Gestern war der Künstler Ange Houndeton aus Benin bei uns zu Gast. Der international anerkannte Künstler hat unter anderem in Paris ausgestellt. Seine Werke zeichnen sich, ganz im Stile des Hauses der Werte, gerade dadurch aus, dass er sich von dem inspirieren lässt, was er auf der Straße findet. Diese Materialien werden zu Skulpturen verarbeitet, die seine afrikanische Herkunft deutlich erkennen lassen. Ange hat uns in Aussicht gestellt, ab Juli eine Ausstellung bei uns zu gestalten. Passend dazu wird es einen Workshop zum Thema „Upcycling – Kunst aus der Tonne“ geben. 

(Foto: Ange Houdeton)

Wir hatten jedenfalls einen tollen Nachmittag, die beiden Jungs waren ganz angetan von der Möglichkeit, eine französisch-deutsche Kommunikation zu führen. Außerdem hat Ange uns viel über seine Kultur und die Lebenshaltung in Benin erzählt. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch. 

 

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